Notgeld der Stadt Gunzenhausen - 500 Milliarden Mark
Epitaph von 1690 Ausschnitt | Quelle: Stadtarchiv Gunzenhausen
Foto: Marktplatz
Bild: Blick auf die Altmühlbrücke

Baumpflanzprojekt „1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen“

von Manuel Grosser

Vor 1200 Jahren wurde unser schönes Gunzenhausen erstmals urkundlich erwähnt und hat sich seitdem prächtig entwickelt. Damit die Stadt auch für unsere Kinder und deren Kinder lebenswerter Raum bleibt, möchten wir als zukunftsorientierte, umweltbewusste Verwaltung ein ganz besonderes Nachhaltigkeitsprojekt durchführen. In fachlicher Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken (LPV) wollen wir ab 2023 mindestens 1200 Obst- und Laubbäume in der Kernstadt und in den Ortsteilen pflanzen. Denn viel zu spät haben wir als Gesellschaft die Notwendigkeit eines zielgerichteten Schutzes erkannt. Neben dem Baumbestand hat die Biodiversität gelitten und wichtiger Lebensraum ist verloren gegangen. In Gunzenhausen haben wir bereits Gegenmaßnahmen ergriffen, beispielsweise werden Neueigentümer von Baugrundstücken mit Baumgutscheinen beschenkt, dazu auf städtischen Grundstücken regelmäßig Neu- oder Ersatzpflanzungen durchgeführt.

 

Vom Jubiläumsjahrprojekt „1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen“ sollen möglichst viele Bürgerinnen und Bürger profitieren. Es locken u.a. attraktive Förderprogramme, wie das Landschaftspflegeprogramm, das bis zu 90% der Baumkosten plus Zubehör und Arbeitszeit finanziert. Bei einer Interessensbekundung wird sich der LPV mit den Antragstellerinnen und Antragstellern in Verbindung setzen und gemeinsam nach sinnvollen Lösungen bzgl. Baumsorten und Standorte suchen. Die Vorteile von neu gepflanzten Bäumen liegen auf der Hand: So leisten diese einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt, tragen – soweit es klassische Obstbäume sind - zum Fruchtsortenerhalt bei und erfüllen gleichzeitig den Generationenvertrag. Wir alle profitieren von den Pflanzleistungen unserer Großeltern. Gönnen wir unseren Enkeln einen ebensolchen Erfolg.

 

„Natürlich gibt es bei einem Projekt dieser Größenordnung auch Vorbehalte und Bedenken. So wird häufig gefragt, wer die Bäume pflanzen soll“, erläutert Wolfgang Eckerlein von der Tourist Information der Stadt Gunzenhausen. „Wir suchen bei jeder Pflanzung nach einer individuellen Lösung, z.B. gemeinsam mit Landwirten, Vereinen und Jugendlichen. Um die Pflege, also das Gießen und Schneiden, könnten sich auch Obst- und Gartenbauvereine, Baumkümmerer oder Bürgerinnen und Bürger kümmern, je nach Standort und Zugänglichkeit. Hier möchten wir ins Gespräch kommen und nach Lösungen suchen. Wir haben eine gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen. Packen wir es gemeinsam an!“

 

Jeder Baum trägt zur Sicherung des Lebensraums bei und verändert das Landschaftsbild. Was mit einer Pflanzung beginnt, kann später in gemeinsamen Pflege- und Ernteaktionen, beispielsweise mit Jugendlichen, fortgeführt werden und nach Jahren in Streuobstwiesenfesten auf Dorfebene einen vorläufigen Höhepunkt finden. „Wir freuen uns auf viele Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung“, betont Wolfgang Eckerlein. „Zugegeben, jeder Baum macht Arbeit – die ist es aber auf jeden Fall wert und wir sind es unseren Kindern schuldig.“

 

Neben klassischen Laubbäumen und mittelfränkischen Obstsorten sind auch zahlreiche, weniger pflegeintensive Wildobstpflanzen förderfähig, darunter die Maulbeere, die Esskastanie oder die Mispel. Wichtig: Es sollen Hochstämme gepflanzt werden, der Platzbedarf pro Baum beträgt ca. 100 bis 120 Quadratmeter. Der Abstand zwischen zwei Bäumen sollte mindestens zehn Meter betragen.

 

Wer Interesse am Projekt „1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen“ hat, kann sich gerne über das Kontaktformular an den LPV oder die Stadt Gunzenhausen wenden. Nähere Informationen zu den staatlichen Förderprogrammen erhalten Sie unter www.lfl.bayern.de. Bitte beachten Sie: Nicht an jeder Stelle kann auch ein Baum gepflanzt werden. Auch eine Mindestpflege von Bäumen muss gewährleistet sein."

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